Zwei Suchsparten - zwei unterschiedliche Arbeitsweisen

Flächensuche und Mantrailing bei der Rettungshundestaffel Ludwigsfelde

Wenn ein Mensch vermisst wird, gibt es nicht die eine Suchmethode, die für jede Situation gleichermaßen geeignet ist. Die Umgebung, die Umstände des Verschwindens, vorhandene Informationen und der jeweilige Suchauftrag entscheiden darüber, welche Suchmittel eingesetzt werden.

Unsere Rettungshundestaffel konzentriert sich auf zwei unterschiedliche Suchsparten:

Flächensuche

Mantrailing

Wenn große Gebiete schnell abgesucht werden müssen

 

Bei der Flächensuche werden Rettungshunde eingesetzt, um größere und oftmals unübersichtliche Gebiete nach vermissten Personen abzusuchen.

 

Typische Suchgebiete sind z.B.:

  • Wälder und Waldgebiete
  • Felder und Wiesen
  • Freiflächen
  • unübersichtliches Gelände
  • größere zusammenhängende Suchgebiete

Der Hund arbeitet dabei grundsätzlich frei und selbstständig innerhalb des zugewiesenen Suchgebietes. Er sucht nach menschlicher Witterung und zeigt seinem Hundeführer an, wenn er eine Person gefunden hat.

 

Dabei muss der Hund lernen, sich auch von seinem Menschen zu entfernen, das Suchgebiet systematisch abzuarbeiten und sich trotz unterschiedlichster Umwelteinflüsse auf seine eigentliche Aufgabe zu konzentrieren.

 

Der Mensch führt - der Hund sucht

 

Eine wichtige Besonderheit der Flächensuche: Der Hundeführer gibt dem Hund nicht vor, wo sich die vermisste Person befindet.

 

Stattdessen weist er ihm das Suchgebiet zu, beobachtet das Verhalten des Hundes und unterstützt ihn bei der Orientierung und der systematischen Abarbeitung des Gebietes.

 

Der Hund bringt dabei seine wichtigste Fähigkeit mit: seine Nase.

 

Menschliche Witterung kann sich in einem Suchgebiet verteilen und durch Wind und andere Umwelteinflüsse verändert werden. Ein gut ausgebildeter Flächensuchhund kann diese Witterung aufnehmen und eine vermisste Person auch dann finden, wenn sie für den Menschen nicht sichtbar ist.

Wenn die individuelle Geruchsspur einer Person verfolgt wird

 

Beim Mantrailing verfolgt der Hund die individuelle Geruchsspur eines bestimmten Menschen.

 

Dafür erhält der Hund einen geeigneten Geruchsgegenstand, der möglichst eindeutig mit der gesuchten Person in Verbindung steht. Anhand dieses Geruchs sucht der Hund nach der entsprechenden Person und verfolgt deren Spur.

 

Anders als bei der Flächensuche arbeitet der Hund beim Mantrailing in der Regel an einer langen Leine gemeinsam mit seinem Hundeführer.

 

Die Suche kann dabei durch ganz unterschiedliche Umgebungen führen - z.B.:

  • Wohngebiete
  • Straßen und Wege
  • Parks
  • Innenstädte
  • Gewerbegebiete
  • ländliche Bereiche

Dabei muss der Hund nicht einfach einer sichtbaren Wegstrecke folgen. Er arbeitet mit Geruchsinformationen, die sich in der Umgebung befinden und durch verschiedene Einflüsse verändert werden können.

 

Eine besondere Zusammenarbeit zwischen Hund und Mensch

 

Beim Mantrailing ist die Kommunikation zwischen Hund und Hundeführer besonders wichtig.

 

Der Hund arbeitet mit seiner Nase und zeigt durch sein Verhalten an, welchen Weg er verfolgen möchte. Der Hundeführer muss diese Signale richtig erkennen, die Umgebung beobachten und gleichzeitig die Suche dokumentieren und koordinieren.

 

Hund und Mensch müssen sich dabei aufeinander verlassen können.

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